Bundesweit, 15.07.2021, von Maximilian Christ

Sturmtief Bernd: Der Kampf gegen die Flutkatastrophe

Starkregen im Süden und Westen Deutschlands hat in vielen Orten zu schweren Überflutungen geführt. Die Helferinnen und Helfer des THW reagierten unverzüglich und kämpfen seit Tagen mit allen Mitteln gegen die Wassermassen. Bergungstruppen retten Menschen aus ihren Wohnungen, Fachkräfte sichern die Trinkwasserversorgung, Baufachberatende stabilisieren Häuser mit Spezialgerät – alles ehrenamtlich. Der Blick auf die letzten Tage vermittelt einen Eindruck des vielfältigen Einsatzspektrums.

Foto: THW/Maximilian Christ

Seit über einer Woche wüten in Teilen Deutschlands heftige Unwetter. Mit den ersten Hilferufen sind auch die Frauen und Männer des THW ausgerückt, um den Kampf gegen die Fluten aufzunehmen. Über 2.500 Kräfte aus bundesweiten Ortsverbänden sind mittlerweile, besonders im Süden und Westen Deutschlands, im Einsatz gegen das Hochwasser. Unterstützung trifft aus allen Teilen des Landes ein. Vielerorts lassen sich lange Kolonnen der bekannten blauen Einsatzfahrzeuge auf dem Weg in die Überschwemmungsgebiete beobachten.

Dramatische Stunden im Kreis Ahrweiler

Besonders akut ist die Lage zurzeit im Landkreis Ahrweiler. Hier war der volle Einsatz des THW gefordert. Um umliegende Orte vor den Wassermassen zu schützen, versorgten Helferinnen und Helfer der Ortsverbände aus Ahrweiler, Andernach, Koblenz und Sinzig Einsatzstellen im gesamten Kreisgebiet mit Sandsäcken.

Das Wasser machte auch an anderen Stellen Probleme. Der aufgeweichte Boden drohte, an einer Autobahn eine Mauer abrutschen zu lassen. Durch Entlastungsbohrungen konnte die Gefahr vorerst gebannt werden, die Autobahn bleibt mit Einschränkungen weiter befahrbar. Mit Spezialsensoren wird der Zustand der Mauer von Kräften des Ortsverbandes Koblenz weiter überwacht.

Derweil hatte der Ortsverband Ahrweiler mit eigenen Problemen zu kämpfen. Eine Flutwelle setzte die Unterkunft des Ortsverbandes selbst unter Wasser. Die Helferinnen und Helfer reagierten schnell.  Um einsatzfähig zu bleiben, entschieden sie sich, die Einsatzfahrzeuge zu retten und alles andere dem Wasser zu überlassen – auch ihre privaten PKW. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die Ehrenamtlichen operieren nun von einem Betriebsgelände. Da war die tatkräftige Unterstützung durch die Kameradinnen und Kameraden der Ortsverbände aus Andernach, Bendorf, Betzdorf, Montabaur, Neuwied, Offenburg, Westerburg, Wiesbaden und Wörstadt ein echter Lichtblick.

Unterstützung aus Niedersachsen

Hilfe trifft auch für die Flutgeschädigten aus vielen Teilen Deutschlands ein, so auch aus dem Raum Emsland. In den frühen Morgenstunden machten sich über 100 Einsatzkräfte unter Anderem der Ortsverbände Papenburg, Meppen, Lingen und Osnabrück. nach NRW auf, um die Menschen vor Ort zu unterstützen.

Mit dabei: Spezialistinnen und Spezialisten für Bergung, Stromversorgung und Logistik. Eingerichtet auf eine mindestens dreitägige Einsatzdauer, sind die Ehrenamtlichen auf alle Eventualitäten vorbereitet. Möglich macht es die Absprache mit den Arbeitgebern. Das ermöglicht es dem THW, auf akute Krisenlagen schnell zu reagieren und gleichzeitig weiterhin Einsatzaufträge zur Bekämpfung der Corona-Pandemie abzuarbeiten.

Dunkle Wolken über Bayern 

Bereits kurz vor dem vergangenen Wochenende sorgten erste Regenfälle für Überflutungen in Bayern, so auch im Landkreis Kitzingen. Die Wassermassen verwandelten kleine Bäche in reißende Ströme und setzten Keller unter Wasser. Ehrenamtliche der THW-Ortsverbände Kitzingen, Ochsenfurt, Würzburg, Karlstadt, Lohr, Marktheidenfeld und Bamberg konterten mit Sandsäcken und Hochleistungspumpen, um Häuser vor den Fluten zu retten und Schlimmeres zu verhindern. Um vor weiteren Überraschungen geschützt zu sein, begutachtete auch ein Baufachberater des OV Schweinfurt die Stabilität der Häuser. Gegen Samstagnachmittag war das Hochwasser soweit im Griff, und der Einsatz wurde beendet.

Wegen der angespannten Lage ist jedoch auch nach Ende des Einsatzes weiterhin Vorsicht geboten. Damit die Hilfskräfte rechtzeitig auf Veränderungen der Situation reagieren können, misst die THW-Einheit Mobiler Hochwasserpegel des OV Forcheim kontinuierlich den Pegelstand.


  • Foto: THW/Maximilian Christ

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  • Foto: THW/Yann Walsdorf

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